Wer heute ein Auto mit Verbrennungsmotor fährt, der kann auf ein wichtiges Bauteil nicht verzichten – die so genannte Zylinderkopfdichtung, in der Kurzform meist schlicht als Kopfdichtung bezeichnet.

Wer die Erfinder und Erbauer der ersten Verbrennungsmotoren waren weiß heute jedes Kind aus dem Schulunterricht. Doch auch wenn das Prinzip der Motoren bis heute relativ gleich geblieben ist, hat sich das Innenleben mittlerweile doch deutlich gewandelt. So waren in die ersten Verbrennungsmotoren beispielsweise Sackzylinder eingebaut und eine Zylinderkopfdichtung, wie sie heute in fast jedem Auto vorkommt, war nicht notwendig. Eine solche Kopfdichtung sorgt nämlich dafür, dass einerseits der Verbrennungsraum und andererseits die Motoröl- und die Kühlwasserkanäle abgedichtet werden. Eingebaut wird die Kopfdichtung deswegen genau zwischen dem Zylinderkopf (daher der Name) und dem Kurbelgehäuse des Motors. Darüber hinaus sorgt die Kopfdichtung dafür, dass die Kraftverteilung zwischen den beiden Bauteilen optimal funktioniert. Die erste Zylinderkopfdichtung dieser Art wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in ein Automobil eingebaut. Denn anders als seine Vorgängermodelle wurde bei diesem Modell zum ersten Mal Zylinder und Zylinderkopf getrennt, was die Abdichtung notwendig machte.

Waren die Dichtungen früher vor allen Dingen aus dünnen Korkplatten gefertigt, sind die entsprechenden Bauteile heute hoch komplex und werden in der Regel aus verschiedenen Kunststoffen gefertigt. Da für die Fertigung Spezialwerkzeuge benötigt werden, ist die Herstellung vergleichsweise teuer und aufwendig. Zunächst kamen vor allem Dichtungen aus Ferrolastic-Weichstoffen zum Einsatz, die allerdings schnell an ihre Leistungsgrenzen stießen und heute deswegen kaum noch Verwendung finden. Danach folgten so genannte Metall-Elastometer-Dichtungen. Die neusten Modelle bestehen dagegen aus Metalllagen-Stahldichtungen und werden seit Beginn der 90er Jahre flächendeckend verwendet.

Schäden an der Zylinderkopfdichtung gehören zu den häufigsten Motorschäden und haben meist gravierende Auswirkungen. So kann eine defekte Dichtung unter anderem zu verstopften Kühlwasserkanälen oder einem Wasserschlag führen. Aber auch ein Motorbrand oder die Ableitung von giftigen Gasen in den Innenraum des Fahrzeugs sind im schlimmsten Fall möglich.