Die Frankfurt Messe, eine der größten Messegesellschaften der Welt, ist im Wandel: Sinkende Aussteller- und Besucherzahlen sowie das Internet machen dem Messeriesen schwer zu schaffen.
Die Frankfurter Messe ist international bekannt. Zahlreiche Aussteller treffen sich jedes Jahr auf dem Frankfurter Messegelände zu Ereignissen, wie Ambiente oder Paperworld. Die Frankfurt Messe gehört mit über 400 Millionen Euro Umsatz und über 1.400 Mitarbeitern zu den größten Messegesellschaften der Welt. Folgerichtig findet rund die Hälfte der Veranstaltungen der Gesellschaft im Ausland statt.
Das älteste Gebäude der Messe ist die Festhalle. Sie wurde 1909 von dem Münchner Architekten Friedrich von Thiersch erbaut und dient heute für eventorientierte Veranstaltungen, die nur indirekt mit einer Kauf- oder Verkaufsabsicht verbunden sind.
Zu den Großereignissen der Frankfurter Messe zählen die Ambiente und die Paperworld. Auf der Ambiente, der weltweit größten Konsumgütermesse, zeigen 4.600 Aussteller aus dem In- und Ausland ihre Produkte aus den Bereichen Wohnen, Schenken und Dekoration. Zu den bedeutendsten Messen im Bereich Papierprodukte zählt die Paperworld, die sowohl Kunstpapiere als auch Büroartikel präsentiert. Die jährliche Frankfurter Buchmesse ist keine eigene Veranstaltung der Messegesellschaft. Das renommierte Treffen internationaler Autoren und Verlage ist eine Gastveranstaltung der Frankfurt Messe, die lediglich Service und Logistik zur Verfügung stellt.
Frankfurt am Main ist laut Urkunden die älteste Messestadt der Welt. 1240 gewährte Kaiser Friedrich II ein sogenanntes Messeprivileg, das den Kaufleuten einen sicheren Zugang zur Messe nach Frankfurt garantierte. Heute hat die Messe mit sinkenden Ausstellerzahlen zu kämpfen. Viele Unternehmen müssen sich genau überlegen, ob sich ein Messeauftritt lohnt. Immerhin liegen die Gebühren, je nach Ausstattung, bei mehreren tausend Euro. Für viele scheint es effektiver, potenzielle Kunden über eine aufwändige Internetseite an sich zu binden, denn auch die Besucherzahlen der Frankfurter Messe gehen kontinuierlich zurück.
In den letzten Jahren hat die Geschäftsleitung versucht, mit Trend-Ausstellungen das Portfolio der Gesellschaft zu bereichern. Doch diese Avantgarde-Veranstaltungen zu Themen wie Lifestyle oder Architektur sind inzwischen mangels Resonanz wieder eingestellt worden.