Viele würden die Arbeit des Dolmetschers als gedankliche Höchstleistung würdigen und ihn an sich als gut bezahlten Arbeitnehmer von europäischem Format ansehen. Doch welche akademische Ausbildung durchlaufen Dolmetscher?
Der Studiengang „Dolmetschen und Übersetzen“ dauert innerhalb der Regelstudienzeit sechs Semester (Bachelorstudiengang) und kann im Anschluss mit einem Masterstudiengang weitergeführt und abgeschlossen werden. In der Regel werden aus dem Angebot der Fremdsprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch zwei Sprachen für das Studium ausgewählt und miteinander kombiniert. Ergänzt wird diese Kombination durch ein nichtsprachliches Zusatzfach aus den Bereichen der Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften bzw. der Technik. Hier spielen gerade berufsbezogene Aspekte innerhalb des zu vermittelnden Fachwissens eine entscheidende und wichtige Rolle. Das grundlegende Ziel des Studiums liegt in der theoretischen und praktischen Unterweisung in zwei modernen Fremdsprachen (auf sprach- und übersetzungswissenschaftlicher Ebene). Darüber hinaus nimmt das Studium deutlichen Bezug zu juristischen und wirtschaftlichen Fachsprachen und lehrt im Rahmen der spezifischen Landeskunde soziale, wirtschaftliche, politische und psychologische Verhältnisse und Gegebenheiten des Landes. Durch die im Zentrum stehende Kombination aus wissenschaftlich fundierter Sprachkenntnis und spezifischer Sachkenntnis werden günstige Voraussetzungen geschaffen um bei internationalen Organisationen, Verbänden, im öffentlichen Dienst, innerhalb der Wirtschaft oder im freiberuflichen Sinne beruflich Fuß fassen zu können.
Die Schwerpunkte im Dolmetscher-Studium sind sehr vielfältig: Im Vordergrund stehen neben der sprachwissenschaftlichen Analyse der Einzelsprachen die Gegenüberstellung und der Vergleich von Sprachpaaren. Außerdem spielt die Erforschung gegenwärtiger wissenschaftlicher und technischer Fachsprachen eine zentrale Rolle. Darüber hinaus lehrt das Studium die Analyse literarischer Übersetzungen unter Berücksichtigung von Literatur- und Übersetzungstheorie. Zudem entwickeln die Studierenden übersetzerische und übersetzungswissenschaftliche Methoden und erstellen Hilfsmittel wie Terminologiestudien, Datenbanken für Übersetzer oder EDV-gestützte Übersetzungsprogramme, sodass zugleich die gerade im Zeitalter von Informationstechnologien immens wichtige Benutzungskompetenz elektronischer Medien geschult und optimiert wird. Durch enge Zusammenarbeit und einen regen Erfahrungsaustausch mit internationalen Hochschulinstituten wird zudem die Förderung eines im Studium integrierten Auslandsaufenthaltes betont, den Studierenden eine solche Erfahrung stark ans Herz gelegt.