Mit dem Phänomen, dass ein Produkt nicht nur ein gewisses Aussehen haben muss, sondern es auch auf den Klang des Namens ankommt, beschäftigt sich die Akustische Markenführung (Audio Branding).

Fast jeder kennt ein Beispiel für eine Melodie, die ausschließlich in der Werbung zu finden ist. Oft sind es nur ein paar Töne, deren Klang aber Gedanken an ein ganz bestimmtes Produkt hervorruft. In diesem Fall war das Audio Branding der Marke erfolgreich. Darunter ist der hörbare Teil der Markenidentität zu verstehen. Bei der Werbung für ein neues Produkt geht es darum, dieses zum Einen überhaupt bekannt, zum Anderen wiedererkennbar zu machen. Diese Steigerung des Wiedererkennungswertes ist im Allgemeinen unter dem Stichwort Corporate Identity subsumiert. Audio Branding wird als Teil dessen angesehen.

Man kann unterschiedliche Teilbereich voneinander unterscheiden. Auch die Tastentöne eines Mobiltelefons können als Teil der Akustischen Markenführung angesehen werden. Sinn und Zweck dieser Töne ist ein dem Wortsinne nach "sinnliches" Erleben, denn in der Regel fehlt bei den modernen, leichtgängigen Geräten eine akustische Rückmeldung an den Benutzer.

Auch der rein sprachliche Klang gestaltet das akustische Bild eines Produkts. Nicht umsonst findet man in Werbeslogans und -claims zum Beispiel viele Stabreime und prägnante Sätze.

Insbesondere in der Autoindustrie ist man zum sogenannten Sound Cleaning oder Sound Engineering übergegangen. Im ersten Fall wird der Versuch unternommen, Störgeräusche möglichst zu eliminieren, im zweiten Fall werden speziell auf das Auto zugeschnittene Geräusche kreiert. So kann es vorkommen, dass der Motor eines Sportwagens aufgrund technischer Neuerungen sehr leise - und somit nicht mehr sportlich genug - klingt. Ein Sound-Designer modelliert dann am Computer ein Motorengeräusch, das nachträglich über das eigentliche Geräusch gelegt wird, um die Kraft des Wagens zu betonen.

Der letzte und wohl bekannteste Teil des Audio Branding ist der des Sound Logos. Dabei handelt es sich um ein Klangereignis mit Wiedererkennungswert, das beispielsweise am Ende eines Werbespots gesendet wird. Dabei kommt es vor allem auf die Einzigartigkeit an. Manche Unternehmen sind sogar dazu übergegangen, ganze Lieder für ihre Produkte zu benutzen, sodass Kunden beim Hören des jeweiligen Liedes direkt an das Produkt denken müssen.